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Krämpfe im Golf vermeiden – Ursachen & Lösungen

Ein schöner Drive, ein solider zweiter Schlag, dann der Weg zum Ball. Und plötzlich zieht es in der Wade. Oder der Unterarm macht zu, genau dann, wenn eigentlich ein ruhiger Pitch gefragt wäre. Muskelkrämpfe kommen beim Golf öfter vor, als man denkt. Und sie kommen meist ungelegen.

Viele schieben es auf Pech oder das Alter. In Wirklichkeit sind Krämpfe fast immer ein Zeichen dafür, dass im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Simone Kumhofer, MMSc.
Autorin

Simone Kumhofer, MMSc.

Was sind Muskelkrämpfe und wie entstehen sie?

Ein Muskelkrampf ist eine plötzliche, unwillkürliche Anspannung eines Muskels, die sich nicht sofort lösen lässt. Der Muskel zieht sich zusammen und bleibt für Sekunden oder Minuten hart. Das ist unangenehm bis schmerzhaft und schränkt die Bewegung deutlich ein.

Krämpfe treten häufig in den Waden, Oberschenkeln, Füßen oder Unterarmen auf – genau in den Bereichen, die beim Golf besonders gefordert sind.

Sie haben selten nur eine Ursache. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • Mineralstoffmangel: Magnesium ist am bekanntesten, aber auch Kalium und Natrium sind wichtig für die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln.
  • Flüssigkeitsmangel: Zu wenig Trinken verschlechtert die Muskelversorgung und beschleunigt den Mineralstoffverlust.
  • Überlastung: Lange Runden, viele Steigungen, wenig Pausen oder fehlendes Aufwärmen erhöhen das Risiko.

Warum sind Golfer besonders betroffen?

Golf wird häufig unterschätzt. Eine Runde bedeutet mehrere Stunden Gehen, oft mit Tasche oder Trolley, sowie viele Wiederholungen derselben Bewegung.

Gerade bei warmem Wetter schwitzen Golfer mehr, als sie wahrnehmen. Gleichzeitig essen und trinken viele während der Runde zu wenig. Ein Kaffee am Abschlag und ein kleiner Snack zwischendurch reichen oft nicht aus, um Muskeln konstant zu versorgen.

Welche Nährstoffe helfen gegen Krämpfe?

Magnesium

Magnesium unterstützt die normale Muskelfunktion und hilft dabei, dass Muskeln nach Anspannung wieder entspannen können. Ein Mangel zeigt sich häufig durch Wadenkrämpfe, Muskelzucken oder ein allgemeines Spannungsgefühl.

Viele Golfer setzen an heißen Tagen oder bei mehreren Runden hintereinander gezielt auf Magnesium – besonders in Kombination mit ausreichend Flüssigkeit.

Kalium und Natrium

Diese Elektrolyte regulieren den Flüssigkeitshaushalt in den Zellen. Kalium unterstützt die Muskelarbeit, Natrium hilft dabei, Wasser im Körper zu halten. Bei starkem Schwitzen gehen beide verloren.

Ein Power- und Regenerationsdrink passt hier gut, da er Elektrolyte und Energie während der Runde liefert.

Protein

Protein wirkt nicht direkt gegen Krämpfe, ist aber wichtig für die Regeneration der Muskulatur. Wer sich dauerhaft schlecht erholt, erhöht indirekt das Krampfrisiko.

Ein Proteinriegel während oder nach der Runde ist eine einfache Möglichkeit, die Versorgung sicherzustellen.

Können Gelenke und Beweglichkeit eine Rolle spielen?

Wenn Gelenke eingeschränkt sind oder Muskeln dauerhaft unter Spannung stehen, steigt die Krampfneigung. Gute Beweglichkeit entlastet die Muskulatur und verteilt Belastung gleichmäßiger.

Gelenkskapseln mit Mikronährstoffkomplex können hier sinnvoll sein, da sie Nährstoffe liefern, die Gelenke und Bindegewebe unterstützen und so indirekt helfen, Spannung aus dem System zu nehmen.

Was können Sie konkret tun?

Muskelkrämpfe lassen sich nicht immer vollständig vermeiden, das Risiko lässt sich jedoch deutlich senken:

  • Trinken Sie regelmäßig, nicht erst bei starkem Durst.
  • Achten Sie bei warmem Wetter und langen Runden auf Elektrolyte.
  • Sorgen Sie für eine regelmäßige Magnesiumzufuhr, nicht erst bei akuten Krämpfen.
  • Setzen Sie auf kleine, regelmäßige Snacks während der Runde.
  • Wärmen Sie sich vor dem ersten Abschlag kurz auf.

Diese einfachen Maßnahmen kosten wenig Aufwand, machen in Kombination aber einen spürbaren Unterschied – besonders auf langen oder anspruchsvollen Runden.

Über die Autorin:
Simone Kumhofer, MMSc.
Simone Kumhofer, MMSc.

Simone Kumhofer ist klinische Ernährungsmedizinerin, Sport- und Ernährungswissenschaftlerin sowie Leiterin des Forschungszweigs Orales Mikrobiom am Institut AllergoSan. Als ehemalige Triathlon-Profisportlerin verbindet sie wissenschaftliche Expertise mit langjähriger Praxiserfahrung in der leistungsorientierten Gesundheitsförderung. Sie ist medizinisch-wissenschaftliche Leiterin der Dr. med. Schütze GmbH und verantwortet die Entwicklung innovativer, mikrobiomfreundlicher Präventions- und Therapiekonzepte – mit einem besonderen Fokus auf Sporternährung, mitochondriale Gesundheit, orale-systemische Zusammenhänge und Longevity-Medizin. Ihre Schwerpunkte umfassen die Interaktion von Darm- und oralem Mikrobiom mit dem Immunsystem, die Rolle der Mitochondrien in Gesundheit und Leistung sowie die evidenzbasierte Entwicklung funktioneller Produkte. Als Speakerin bei Fachkongressen, wissenschaftlichen Symposien und interdisziplinären Fortbildungen bringt sie aktuelle Forschung verständlich und praxisnah auf den Punkt – mit dem Ziel, Prävention neu zu denken und Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken.